Know-how

09.04.2026, Lucas Reichel

Lasersicherheit

Beim Umgang mit Lasersystemen der Klasse 4 ist die Lasersicherheit entscheidend. Obwohl die Lasertechnologie viele Vorteile bietet, insbesondere in Bezug auf Präzision und Geschwindigkeit, birgt sie potenzielle Risiken für Augen und Haut. Laserschweißsysteme von ALPHA LASER sind sehr leistungsstark und erfordern daher strikte Sicherheitsmaßnahmen, um gefahrlos arbeiten zu können.

Umfassende technische Schutzeinrichtungen an den Lasersystemen bieten sowohl Betreibern als auch Benutzern ein hohes Maß an Schutz. Dennoch ist es wichtig, die geltenden Sicherheitsrichtlinien einzuhalten und zusätzliche organisatorische sowie persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen, insbesondere bei flexiblen Lasersystemen ohne geschlossene Arbeitskammer.

ALPHA LASER hat die wichtigsten Regeln der Lasersicherheit sowie die Einteilung der Laserschutzklassen übersichtlich zusammengestellt.

Das Video zeigt wichtige Lasersicherheitsmaßnahmen für die Arbeit mit Laserschweißmaschinen von ALPHA LASER.

Laserklassen: vom Scanner zur Laserschweißmaschine

Die verschiedenen Laserklassen teilen Laserprodukte auf Basis ihres Verletzungspotenzials ein. Das Verletzungspotenzial hängt von der Leistungsstärke des Lasers ab. Maßgeblich für die Klasseneinteilung ist die Norm DIN EN 60825-1.

Laserklasse  Schutzmaßnahmen  Typische Anwendungen 
Klasse 1  Die Klasse 1 Laser sind sicher für normale Verwendung, da sie keine schädlichen Strahlen abgeben oder die Strahlung auf eine sichere Ebene begrenzt ist. Es sind keine spezifischen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, aber allgemeine Vorsicht ist beim Umgang mit Lasern immer ratsam. 
  • Barcode-Scanner und Lesegeräte 

  • CD-/DVD-Laufwerke 

  • Laserdrucker und Fotokopierer 

  • Laser-Entfernungsmeßgeräte 

  • Laser-Wasserwaagen 

 

Klasse 2  Diese Laser sind sichtbar und können bei direkter Betrachtung der Strahlquelle das Auge schädigen. Sie werden jedoch normalerweise als sicher betrachtet, da der natürliche Lidschlussreflex den Augen ausreichenden Schutz bietet. Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen die Verwendung von Schutzbrillen, um versehentliche Exposition zu verhindern, sowie die Begrenzung der Expositionszeit. 
  • Laserpointer (rot oder grün) 

  • Laser für Präsentationen 

  • einfache Lasermessgeräte 

  • einige Laser-Spielzeuge und Laser für Unterhaltungszwecke 

 

Klasse 3R  Laser der Klasse 3R können bei direkter Betrachtung der Strahlquelle Augenschäden verursachen, jedoch nur bei längerer Exposition. Sicherheitsmaßnahmen umfassen die Verwendung von Schutzbrillen mit geeigneten optischen Dichten, Begrenzung der Expositionszeit und die Implementierung von Warnschildern und Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz. 
  • Laser für Lehre und Forschung 

  • Laser für die Unterhaltungsindustrie (Laserlichtshows) 

  • Einige medizinische Laser für Dermatologie und Augenheilkunde 

  • Laser für Industrieanwendungen wie Ausrichtung und Positionierung 

 

Klasse 3B   Diese Laser können Augen- oder Hautschäden verursachen, wenn sie direkt betrachtet oder unbeabsichtigt reflektiert werden. Laserklasse 3B Schutzmaßnahmen umfassen die Verwendung von Schutzbrillen mit geeigneten optischen Dichten, die Begrenzung der Expositionszeit, die Verwendung von Schutzkleidung und Handschuhen sowie die Implementierung von Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz. 
  • Laser für medizinische Anwendungen wie Chirurgie und Therapie 

  • industrielle Laser für Gravur, Markierung und Schneiden von Materialien 

  • Laser für Forschung und Entwicklung in verschiedenen Disziplinen 

  • Hochleistungslaser für die Unterhaltungsindustrie (Großveranstaltungen, Konzerte) 

 

Klasse 4  Laser der Klasse 4 stellen das höchste Risiko dar und können schwere Augen- und Hautverletzungen verursachen sowie Brandgefahren darstellen. Neben direkter Strahlung ist auch diffuse Strahlung gefährlich.

Sicherheitsmaßnahmen umfassen unter anderem geeignete Schutzbrillen, Schutzkleidung, Zugangsbeschränkungen, Sicherheitsinterlocks, Schulungen des Personals sowie Notfallmaßnahmen.

  • Hochleistungslaser für industrielle Schneid- und Schweißanwendungen (z. B. CO2-Laser, Faserlaser

  • Lasersysteme für die Materialbearbeitung in der Automobil- und Elektronikindustrie 

  • medizinische Laser für komplexe chirurgische Eingriffe und Gewebeablation 

  • militärische Laser für Waffensysteme, Zielerfassung und Entfernungsmessung 

  • wissenschaftliche Laser für Forschung in der Physik, Chemie und Biologie 

 

 

Laserklasse 4: Eingebaute Schutzeinrichtungen von ALPHA LASER

Die oben genannten Anforderungen zeigen, welche Schutzmaßnahmen für Lasersysteme von ALPHA LASER erforderlich sind, die der Laserklasse 4 zugeordnet sind. Die Maßnahmen zur Lasersicherheit unterscheiden sich zwischen geschlossenen und offenen Lasersystemen.

Geschlossene Systeme mit lasersicherer Arbeitskammer sind vollständig abgeschirmte Arbeitsplätze und erfordern deutlich weniger organisatorische Maßnahmen, da sich lediglich die Hände des Bedieners im Gefahrenbereich befinden.

Offene, flexible Lasersysteme bieten maximale Flexibilität, können jedoch bei unsachgemäßer Handhabung eine Gefährdung für Augen und Haut darstellen. ALPHA LASER reduziert dieses Risiko durch umfangreiche technische Schutzmaßnahmen auf ein tolerables Restrisiko.

Einige Beispiele zur Lasersicherheit: 

  • Schlüsselschalter zum Schutz vor unbefugter Nutzung
  • Safety Shutter zum Schutz vor unbeabsichtigter Laserstrahlung
  • Warnlampe zur Anzeige aktiver Laserstrahlung
  • Not-Halt-Taster
  • Strahlenschutzschild zum Schutz von Hals und Gesicht
  • Fußschalter gegen unbeabsichtigte Betätigung
  • Sicherheitsbausteine zur Gewährleistung funktionaler Sicherheit
  • Externe Warnlampe und Türüberwachungssysteme

Aber nicht nur in der Konstruktion alleine kann vollständige Sicherheit gewährleistet werden, auch der Betreiber und der Benutzer des Laserschweißgerätes müssen sich an die Laserklasse 4 Vorschriften halten.  

Auf dieser Basis wurde von ALPHA LASER ein Testkonzept erarbeitet und ein entsprechender Testaufbau geplant. In diesem Aufbau wurden die mechanischen und optischen Anpassungen funktional umgesetzt, um die Machbarkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen. Nach erfolgreicher Machbarkeitsstudie wurde die benötigte Funktionalität der späteren Maschine erneut durchgesprochen und um zusätzliche Aspekte ergänzt.

Gerade dieser Schritt zeigt, wie kundenspezifische Sonderlösungen in der Praxis entstehen: Nicht alle Anforderungen stehen von Anfang an vollständig fest. Manche Wünsche ergeben sich erst bei der Nutzung des Testaufbaus. In diesem Fall kam beispielsweise der Wunsch hinzu, die Winkellage anzeigen und arretieren zu können.

Sicher, auch im Fall einer technischen Störung

ALPHA LASER ist der einzige Hersteller weltweit, dessen offene Laserschweißgeräte TÜV-zertifiziert sind. Alle offenen Lasersysteme verfügen über eine zertifizierte funktionale Sicherheit nach DIN EN ISO 13849 mit Performance Level d (TÜV Süd).

Laserklasse 4 Vorschriften für Betreiber & Benutzer

Das verbleibende Restrisiko wird durch organisatorische Maßnahmen und persönliche Schutzausrüstung weiter minimiert.

Der Betreiber muss einen Laserschutzbeauftragten benennen. Dieser absolviert eine entsprechende Ausbildung und wird regelmäßig geschult.

 

Kennzeichnung
Laserbereiche müssen eindeutig gekennzeichnet sein. Alle Lasersysteme sind entsprechend zu beschriften.

Schutzausstattung
Der Betreiber stellt geeignete persönliche Schutzausrüstung bereit, insbesondere Schutzbrillen, die auf Wellenlänge und Leistung abgestimmt sind. Ergänzend kommen Schutzkleidung und Handschuhe zum Einsatz.

Der Zugang zu Laserbereichen ist auf autorisiertes Personal zu beschränken. Sicherheitszonen und Barrieren verhindern unbefugten Zutritt.

Eine geeignete Absaugung muss vorhanden sein, sofern diese nicht bereits im Lasersystem integriert ist.

Die Kombination aus technischen Schutzeinrichtungen, organisatorischen Maßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung ermöglicht ein sicheres Arbeiten mit Lasersystemen von ALPHA LASER.

Download Broschüre Lasersicherheitszubehör

Lucas Reichel

Lucas Reichel absolvierte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur, bevor er sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule München aufnahm. Mit einem Abschluss als zertifizierter Marketingleiter (FH) erweiterte er sein Fachwissen und entwickelte ein tiefes Verständnis für die Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft.

Sein beruflicher Weg führte ihn von der Bau- und Elektrotechnik über den technischen Support bis hin zur Marketingabteilung von ALPHA LASER. Dort bringt er seine interdisziplinäre Erfahrung seit 2016 erfolgreich ein. In leitender Position verantwortet er die strategische Ausrichtung des Marketings, entwickelt innovative Konzepte für den digitalen und klassischen Bereich und treibt die internationale Markenpräsenz voran.

Mit Empathie und einem ausgeprägten Teamgedanken versteht er es, Menschen zu verbinden, Prozesse zu optimieren und nachhaltige Lösungen zu schaffen. Sein tiefes Verständnis für Technik und Marketing macht ihn zu einer zentralen Säule im Unternehmen – stets mit dem Ziel, Innovation und Kundennähe zu vereinen.

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