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Laseranwendungen06.11.2025, Lucas Reichel
Guss schweißen: So funktioniert’s
Wer Guss sicher und dauerhaft verbinden möchte, steht vor einer besonderen Herausforderung – dieser Ratgeber erklärt, welche Verfahren sich eignen und worauf beim Guss-Schweißen zu achten ist.
Guss schweißen: Verfahren, Schweißanlagen & mehr
Guss gehört in der Industrie zu einem bewährten Baustoff – er ist widerstandsfähig, robust und nahezu überall einsetzbar. In Verbindung mit anderen Werkstoffen wie Stahl, Eisen, Graphit, Silicium oder Mangan werden zahlreiche Gusssorten hergestellt, darunter Gusseisen, Temperguss und Stahlguss. Doch obwohl Guss für die Industrie einer der wichtigsten Werkstoffe ist, kann es eine echte Herausforderung sein, Guss zu schweißen. Wie es trotzdem klappt, was dafür benötigt wird und was man beim Guss-Schweißen beachten sollte, zeigt dieser Ratgeber.
Guss: mehr als ein Werkstoff
Als Werkstoff ist Guss beliebt, da er besonders robust und langlebig ist. Vor allem die verschiedenen Gusseisensorten sind in der Industrie relevante Werkstoffe. Dazu gehören graues Gusseisen (sog. „Grauguss“) und weißes Gusseisen. Grauguss und weißes Gusseisen unterscheiden sich in der Art, wie der Kohlenstoff in ihnen enthalten ist: Graues Gusseisen enthält Kohlenstoff in Form von Graphit, wohingegen beim weißen Gusseisen der Kohlenstoff als Zementit auftritt. Die Vorteile des Gusseisens liegen auf der Hand: Es ist den Eigenschaften von Stahl sehr ähnlich. Im Gegensatz zu Stahl dehnt und spannt sich Gusseisen allerdings deutlich weniger und eine Verzunderung tritt erst bei ca. 800 Grad ein.
Sind alle Gussarten schweißbar?
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Gussarten. Doch nicht alle davon sind schweißbar:
• Stahlguss: Bei Stahlguss können Kohlenstoffgehalte von bis zu 0,5 Prozent vorkommen, was das Schweißen kompliziert gestalten kann. Dennoch lassen sich mit der richtigen Vorbereitung die meisten Stahlguss-Sorten schweißen.
• Aluguss: Aluguss lässt sich zwar schweißen, allerdings ist es hier besonders wichtig, das Schweißgut gut vorzubereiten. Vor allem eine gründliche Reinigung des Werkstoffs ist unumgänglich. Andernfalls riskiert man SchweißnahtfehlerSo kann man Gusseisen schweißen
Um Guss zu schweißen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vor allem bei Gusseisen kann das Schweißen jedoch sehr aufwändig werden – denn nur graues Gusseisen lässt sich schweißen und auch das hat einen vergleichsweise hohen Kohlenstoffgehalt, wodurch sich das Material beim Schweißen schnell verhärtet und porös wird. Mit diesen Schweißtechniken lässt sich Grauguss dennoch schweißen:
• Heißschweißen: Bei diesem Schweißverfahren wird das Material auf eine Temperatur von ca. 700 Grad erhitzt. Dadurch entsteht eine kaum sichtbare, gleichfarbige Schweißnaht. Der Vorteil: Es entstehen kaum Auswirkungen auf das Grundmaterial. Wichtig ist danach jedoch, dass die Schweißnaht nicht in einem Ruck, sondern Schritt für Schritt abgekühlt wird, damit keine Risse entstehen.
• Kaltschweißen: Auch beim Kaltschweißen wird das Gusseisen erhitzt, allerdings nur auf ca. 60, maximal 70 Grad. Der Vorteil: Diese Schweißtechnik ist sicherer und auch anwendungsfreundlicher als das Heißschweißen, allerdings kann es zu einer farblichen Unterscheidung zwischen dem Grundwerkstoff und der Schweißnaht kommen.
• Gusseisen mit Schutzgas schweißen: Auch mit MIG/MAG lassen sich Gussteile schweißen. Hierbei werden Schweißdraht und eine Schweißelektrode als Schweißzusatzwerkstoffe verwendet, um Grauguss zu schweißen. Während der Schweißdraht schmilzt, kommt es zu Lichtbögen zwischen dem Werkstoff und der Elektrode. Als Schutzgas ist Argon gängig.
• Guss schweißen mit WIG: Guss mit WIG zu schweißen ist ebenfalls eine gängige Methode. Genauso wie beim MIG/MAG-Schweißen kommt hier eine Schweißelektrode zum Einsatz, allerdings schmilzt diese nicht. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass besonders sauber geschweißt werden kann, allerdings dauert der Schweißprozess auch wesentlich länger.
• Guss mit Lasern schweißen: Das Laserschweißen, auch Laserstrahlschweißen, ist eine besonders effektive Methode, um Gussteile sauber zu verbinden. Im Gegensatz zum Guss-Schweißen mit Elektroden ist die Verwendung von Schutzgas beim Laserschweißen optional. Auch die hohe Schweißgeschwindigkeit und die präzise Schweißnaht sprechen für die Lasertechnik.
Kundenvorteile auf einen Blick
Diese Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Schweißverfahren zum Gusseisen-Schweißen:
Schweißverfahren Vorteile Nachteile Heißschweißen - wenig Auswirkungen auf das Grundmaterial
- gleichfarbige Schweißnaht
- Risiko der Rissbildung beim Abkühlungsprozess
- hoher Zeitaufwand
Kaltschweißen - vergleichsweise sicher
- anwendungsfreundlich
- weniger Zeitaufwand als beim Heißschweißen
- ggf. andersfarbige Schweißnaht
- Risiko der Rissbildung an der Schweißnaht
MIG-/MAG-Schweißen - keine Schlackebildung
- präzise
- gut kontrollierbar
- Schweißnaht wird vor Sauerstoff geschützt
- wenig Materialverzug
- Anwendung nur in geschlossenen Räumen möglich
- ungeeignet für Laien
- hohe Reflexionen
WIG-Schweißen - flexible Schweißpositionen
- kein Abschmelzen der Elektrode
- bei nahezu allen Metallen anwendbar
- wenig Materialverzug
- keine Schlackebildung
- Anwendung nur in geschlossenen Räumen möglich
- hohe Kosten in Anschaffung und Energie
- hohe Reflexionen
- langsamer Schweißvorgang
Laserschweißen - mit & ohne Einsatz von Schutzgas möglich
- präzise & sauber
- Schweißparameter individuell einstellbar
- anwendungsfreundlich
- kaum Materialverzug
- gut kontrollierbar
- hohe Wiederholgenauigkeit & Schweißgeschwindigkeit
- sehr gute Zugänglichkeit
- je nach Schweißanlage kann die Anschaffung kostenintensiver sein
- hohe Reflexionen
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Lucas Reichel
Lucas Reichel absolvierte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur, bevor er sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule München aufnahm. Mit einem Abschluss als zertifizierter Marketingleiter (FH) erweiterte er sein Fachwissen und entwickelte ein tiefes Verständnis für die Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft.
Sein beruflicher Weg führte ihn von der Bau- und Elektrotechnik über den technischen Support bis hin zur Marketingabteilung von ALPHA LASER. Dort bringt er seine interdisziplinäre Erfahrung seit 2016 erfolgreich ein. In leitender Position verantwortet er die strategische Ausrichtung des Marketings, entwickelt innovative Konzepte für den digitalen und klassischen Bereich und treibt die internationale Markenpräsenz voran.
Mit Empathie und einem ausgeprägten Teamgedanken versteht er es, Menschen zu verbinden, Prozesse zu optimieren und nachhaltige Lösungen zu schaffen. Sein tiefes Verständnis für Technik und Marketing macht ihn zu einer zentralen Säule im Unternehmen – stets mit dem Ziel, Innovation und Kundennähe zu vereinen.
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